Begriffe vorab
- CMS (Content-Management-System): Software, mit der sich Inhalte ohne Programmierkenntnisse erstellen und verwalten lassen.
- Kern (Core): der von WordPress selbst gelieferte Code.
- Hook: definierte Stelle im Ablauf, an der eigener Code eingehängt werden kann.
- Datenbank: der Speicher, in dem Beiträge, Einstellungen und Benutzer liegen.
WordPress ist ein PHP-basiertes Content-Management-System mit einer MySQL/MariaDB-Datenbank. Der Kern liefert die Grundfunktionen, Themes bestimmen die Darstellung und Plugins erweitern das Verhalten. Diese Trennung ist das wichtigste Architekturprinzip: Eigene Anpassungen gehören nie in den Kern.
Verzeichnisstruktur
wp-admin/undwp-includes/: Kerncode, wird bei Updates überschrieben.wp-content/: Alles Eigene, alsothemes/,plugins/,uploads/und optionalmu-plugins/.wp-config.php: Datenbankzugang, Salts, Table-Prefix und Konstanten wieWP_DEBUG.
Must-Use-Plugins (mu-plugins/) werden automatisch geladen und lassen sich im Admin nicht deaktivieren. Sie eignen sich für zentrale Agentur- oder Infrastruktur-Logik.
Wichtige Datenbanktabellen
wp_posts: Beiträge, Seiten, Anhänge und eigene Post Types.wp_postmeta: Zusatzfelder (Key-Value) zu Beiträgen.wp_options: Einstellungen der Website.wp_usersundwp_usermeta: Benutzer und deren Metadaten.wp_terms,wp_term_taxonomy,wp_term_relationships: Kategorien, Schlagwörter und eigene Taxonomien.
Der Präfix wp_ ist nur der Standard und wird in wp-config.php über $table_prefix festgelegt.
Ablauf einer Anfrage
Jede Anfrage läuft über index.php, lädt wp-load.php, dann Plugins, Theme und die Datenbank-Abfrage (Main Query). Anschließend wählt WordPress anhand der Template-Hierarchie das passende Template. Genau in diesem Ablauf setzen Hooks an, die Thema der nächsten Lektion sind.
Ändere niemals Dateien in
wp-admin/oderwp-includes/. Jede Änderung geht beim nächsten Update verloren.
Ein Beispiel für die Trennung
Soll eine Website ein Kontaktformular bekommen, installiert man ein Plugin statt den Kern zu ändern. Soll sie anders aussehen, wechselt man das Theme. Beides überlebt ein WordPress-Update, weil der Kern unberührt bleibt. Genau dafür existiert die Aufteilung: Kern aktualisieren, Eigenes bewahren.
Was bei einem Seitenaufruf geschieht
- Der Webserver übergibt die Anfrage an
index.php. - WordPress lädt Konfiguration, aktive Plugins und das Theme.
- Aus der URL ermittelt es, welche Inhalte gemeint sind, und fragt die Datenbank.
- Es wählt das passende Template und gibt das fertige HTML aus.
Häufige Anfängerfehler
- Änderungen direkt im Kern oder in fremden Plugins – sie gehen beim Update verloren.
- Die Datenbank von Hand ändern, ohne Sicherung.
- Zu viele Plugins mit überlappender Funktion, die sich gegenseitig stören.
Vor jedem Update: Sicherung von Dateien und Datenbank anlegen und zuerst in einer Testumgebung prüfen.
Prüfstatus: Belegt (Stand 1. Oktober 2026): Jahreszahlen, Zahlen, Namen und Quellenangaben dieser Lektion, soweit die Quellenliste sie nennt, wurden gegen Primärquellen geprüft. Nicht einzeln belegt: erklärende Darstellung nach Lehrbuchstand und Quellen, die in der Liste als „allgemeine Referenz“ markiert sind. Codebeispiele sind nur auf Syntax geprüft, nicht in WordPress ausgeführt.
Quellen
- WordPress Developer Resources – „Advanced Administration“ (Verzeichnisstruktur, wp-config.php) (allgemeine Referenz, nicht Zeile für Zeile geprüft)
- WordPress Codex/Developer Resources – „Database Description“ (Tabellen wp_posts, wp_postmeta, wp_options, wp_terms) (allgemeine Referenz, nicht Zeile für Zeile geprüft)