Claude: Benutzung & Prompting

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Claude: Benutzung & Prompting

Gute Anweisungen schreiben und Claude im Alltag einsetzen.

Gute Prompts schreiben

Begriffe vorab

  • Prompt: die Eingabe an das Modell – Aufgabe, Kontext und Vorgaben zusammen.
  • System-Prompt: dauerhafte Grundanweisung zu Rolle, Ton und Regeln, getrennt von der einzelnen Nutzerfrage.
  • Few-shot: Beispiele für gewünschte Ein- und Ausgaben direkt im Prompt.

Die Grundregel

Behandle Claude wie eine sehr fähige neue Kollegin ohne Vorwissen über dein Projekt: Je mehr Kontext, desto besser das Ergebnis.

Bausteine eines guten Prompts

  1. Ziel: Was soll am Ende herauskommen?
  2. Kontext: Wer liest es? Wofür wird es gebraucht?
  3. Rolle (optional): „Du bist Lektor für Fachtexte.“
  4. Format: Länge, Struktur, Tonalität, Sprache.
  5. Beispiele: Zeige ein oder zwei gelungene Muster („Few-shot“).
  6. Randbedingungen: Was soll vermieden werden?

Techniken

  • Dokumente und Daten klar vom Auftrag trennen, zum Beispiel mit XML-artigen Tags wie <dokument>.
  • Bei schwierigen Aufgaben schrittweise denken lassen.
  • Große Aufgaben in Teilschritte zerlegen.
  • Nach der ersten Antwort gezielt nachschärfen („kürzer“, „mit Beispiel“, „für Laien“).

Vorher / Nachher

Schwach: „Schreib was über Datenschutz.“
Besser: „Schreibe einen 150-Wörter-Absatz für die Website eines Handwerksbetriebs, der erklärt, warum wir Kundendaten nur zweckgebunden speichern. Ton: freundlich, ohne Juristendeutsch.“

Ein ausgearbeitetes Beispiel

Schwacher Prompt: „Fasse den Text zusammen.“ Das lässt offen, für wen, wie lang und in welcher Form. Besser: „Fasse den folgenden Bericht für die Geschäftsführung in höchstens fünf Stichpunkten zusammen. Nenne zu jedem Punkt die Seitenzahl. Kennzeichne Aussagen, bei denen der Bericht selbst unsicher ist.“ Jetzt kennt das Modell Zielgruppe, Länge, Format und Prüfanforderung.

Struktur schafft Klarheit

Bei längeren Prompts hilft eine klare Trennung der Teile. Bewährt hat sich, Dokumente und Daten in eigene Abschnitte mit Markierungen zu setzen (zum Beispiel XML-artige Tags) und die Aufgabe getrennt davon zu formulieren. So verwechselt das Modell Inhalt nicht mit Anweisung, und Teile lassen sich später einzeln austauschen.

Iterieren statt perfektionieren

Der erste Prompt muss nicht perfekt sein. Sinnvoll ist ein Kreislauf: Ergebnis prüfen, den konkreten Mangel benennen („zu allgemein“, „Beispiel ergänzen“, „Fachbegriffe erklären“) und nachschärfen. Wiederkehrende Aufgaben lohnen sich als gespeicherte Vorlage, die man bei jedem Durchlauf leicht anpasst.

Häufige Fehler

  • Widersprüchliche Vorgaben („kurz, aber vollständig und ausführlich“).
  • Fehlender Kontext: Das Modell weiß nicht, wofür der Text gebraucht wird.
  • Zu viele Aufgaben in einem Prompt statt aufeinander aufbauender Schritte.
  • Das Format nur zu beschreiben, statt ein kurzes Beispiel zu zeigen.

Zum Selbermachen: einen Prompt verbessern

  1. Formuliere eine Aufgabe in einem Satz, so wie du sie sonst stellen würdest.
  2. Ergänze Zielgruppe, gewünschte Länge und Format.
  3. Füge ein kurzes Beispiel der gewünschten Ausgabe hinzu.
  4. Vergleiche beide Ergebnisse und notiere, welcher Zusatz den größten Unterschied machte.

Prüfstatus: Belegt (Stand 1. Oktober 2026): Jahreszahlen, Zahlen, Namen und Quellenangaben dieser Lektion, soweit die Quellenliste sie nennt, wurden gegen Primärquellen geprüft. Nicht einzeln belegt: erklärende Darstellung nach Lehrbuchstand und Quellen, die in der Liste als „allgemeine Referenz“ markiert sind.

Quellen

  • Anthropic – Claude Docs, Abschnitt „Prompt engineering“ (docs.anthropic.com) (allgemeine Referenz, nicht Zeile für Zeile geprüft)

Projekte, Dateien und Artefakte nutzen

Begriffe vorab

  • Projekt: ein Arbeitsbereich, der Gespräche, Dokumente und Anweisungen zu einem Vorhaben bündelt.
  • Projektwissen: Dokumente, die dem Modell in jedem Gespräch des Projekts als Hintergrund zur Verfügung stehen.
  • Artefakt: ein eigenständiges Ergebnis neben dem Chatverlauf, etwa ein Dokument, eine Webseite oder ein Diagramm.

Projekte

In der Chat-Oberfläche lassen sich Unterhaltungen in Projekten bündeln. Dort können Wissensdokumente und projektspezifische Anweisungen hinterlegt werden, sodass Claude bei jeder Unterhaltung im Projekt denselben Hintergrund hat.

Dateien hochladen

PDFs, Textdokumente, Tabellen und Bilder können in den Chat gegeben werden. Claude liest sie im Rahmen des Kontextfensters aus und kann sie zusammenfassen, vergleichen oder auswerten.

Artefakte

Artefakte sind eigenständige Ergebnisse neben dem Chat, zum Beispiel ein Dokument, eine Webseite oder eine kleine Anwendung. Sie lassen sich iterativ weiterentwickeln.

Praxistipps

  • Ein Projekt pro Themenbereich anlegen.
  • Stilvorgaben und Glossare als Projektwissen hinterlegen.
  • Keine vertraulichen Dokumente hochladen, ohne die Datenschutzregeln der eigenen Organisation zu kennen.

Wann sich ein Projekt lohnt

Ein Projekt ist sinnvoll, wenn dieselben Hintergrundinformationen immer wieder gebraucht werden: Stilrichtlinien einer Redaktion, eine Produktbeschreibung, ein Glossar oder die Regeln eines Kundenvorhabens. Statt diese jedes Mal neu einzufügen, hinterlegt man sie einmal als Projektwissen und formuliert projektweite Anweisungen, etwa Tonfall und Sprache.

Grenzen beachten

Projektwissen belegt Platz im Kontextfenster. Sehr umfangreiche oder unsortierte Sammlungen verbessern die Antworten nicht zwangsläufig; eine kleine, gut gepflegte Auswahl wirkt oft besser. Veraltete Dokumente sollten ersetzt werden, sonst arbeitet das Modell mit überholten Angaben.

Artefakte sinnvoll nutzen

Artefakte eignen sich für Ergebnisse, die man weiterbearbeiten will: einen Berichtsentwurf, ein kleines Werkzeug, eine Gliederung. Man verfeinert sie im Dialog („Abschnitt 2 kürzer“, „Tabelle ergänzen“), ohne dass das Ergebnis im Chat untergeht. Wichtig ist, bei jeder Änderung das Ergebnis zu prüfen, denn Überarbeitungen können unbeabsichtigt andere Teile verändern.

Datenschutz im Blick behalten

Was in ein Projekt hochgeladen wird, verlässt den eigenen Rechner. Vor dem Hochladen klären, ob die Datei vertraulich oder personenbezogen ist und ob die Regeln der eigenen Organisation die Nutzung erlauben.

Zum Selbermachen: ein erstes Projekt anlegen

  1. Wähle ein wiederkehrendes Vorhaben, etwa monatliche Berichte.
  2. Lege ein Projekt an und hinterlege zwei bis drei Dokumente: Stilvorgaben, ein gelungenes Beispiel, ein Glossar.
  3. Formuliere eine projektweite Anweisung zu Sprache und Tonfall.
  4. Stelle dieselbe Aufgabe mit und ohne Projektwissen und vergleiche die Ergebnisse.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Eine Kommunikationsabteilung legt ein Projekt „Pressemitteilungen“ an. Sie hinterlegt Stilrichtlinien, zwei Beispielmitteilungen und eine Liste verbotener Formulierungen. Jede neue Mitteilung entsteht im selben Projekt, sodass Tonfall und Format einheitlich bleiben, ohne dass jedes Mal alles neu erklärt werden muss.

Prüfstatus: Belegt (Stand 1. Oktober 2026): Jahreszahlen, Zahlen, Namen und Quellenangaben dieser Lektion, soweit die Quellenliste sie nennt, wurden gegen Primärquellen geprüft. Nicht einzeln belegt: erklärende Darstellung nach Lehrbuchstand und Quellen, die in der Liste als „allgemeine Referenz“ markiert sind. Dass es Projekte und Artefakte gibt, ist bestätigt; Einzelheiten der Bedienung sind nicht einzeln belegt und können sich ändern.

Quellen

  • Anthropic – Claude-Hilfeseiten zu Projects und Artifacts (support.anthropic.com, claude.ai) (allgemeine Referenz, nicht Zeile für Zeile geprüft)